Aus der Geschichte der Peckelsheimer Feuerwehr

Text: Hermann Nolte, Fotos: Unbekannt bzw. Marco Janzen, veröffentlicht im März 2019
 

Mannschaftsfoto aus den 1960er Jahren
Mannschaftsfoto aus den 1960er Jahren
 

Durch das „Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz“ (BHKG) ist jede Gemeinde verpflichtet eine Freiwillige Feuerwehr zu unterhalten. Sollte eine Gemeinde keine Freiwillige Feuerwehr aufstellen können muss sie eine Pflichtfeuerwehr aufstellen. Ein Feuerwehrmann ist durch seinen freiwilligen Dienst, Tag und Nacht einsatzbereit. Er setzt seine Gesundheit sogar sein Leben zum Wohle seiner Mitmenschen ein, um Gefahren abzuwenden. Die Stadt Peckelsheim hat schon seit über hundert Jahren eine gut organisierte und jederzeit einsatzbereite Freiwillige Feuerwehr. Das Feuerwehrgerätehaus stand am Eingang des Spiegelschen Park. Gebaut mit einem Schlauchturm, einer Schlauchwäscherei, zwei Wohnungen und einem Gefängnis. Das Gefängnis diente auch durchziehenden Fahrensleuten oder Wandergesellen als Unterkunft. Es wurden auch verurteilte Bürger eingesperrt. Die Verpflegung und die Aufsicht lag in den Händen des Ortsdieners.
 

Während der Nazi Herrschaft versuchte die Parteiführung Einfluss auf die Feuerwehr zu nehmen. Der Brandmeister, eine starke Persönlichkeit, ließ sich nicht verbiegen. Viele Mitglieder der Feuerwehr wurden zum Kriegsdienst eingezogen und kehrten nicht mehr aus den Krieg zurück. Nach dem Tod des Brandmeisters im Jahre 1942 wurde ein Parteimitglied durch die Stadt bestimmt. Die Versammlungen und Übungsabende wurden von nun im Sinne Adolf Hitler durchgeführt. Jede Veranstaltung begann und endete mit dem Gruß Heil Hitler. Am Ende der Naziherrschaft verließ der Brandmeister Peckelsheim fluchtartig und verzog, wie später festgestellt wurde, nach Blomberg.
 

Altes Gerätehaus bis die 1960er Jahre
Altes Gerätehaus bis die 1960er Jahre
 

Die Ausrüstung der Feuerwehr nach dem Kriege war schlecht. Ein Militärfahrzeug der Marke Steyer wurde gekauft. In vielen ehrenamtlichen und unentgeltlichen Stunden wurde das Fahrzeug zum Einsatzfahrzeug der Feuerwehr aufgerüstet. Ein neuer Brandmeister wurde von der Stadt Peckelsheim bestellt. Die Übungsabende und Versammlungen machten wieder Spaß. Die Feuerwehr bekam wieder ihre alte Stärke. Auch an den Leistungswettkämpfen nahmen die Feuerwehrkameraden teil und waren so gut, dass sie auf Bezirksebene in Detmold teilnehmen konnten. Bei der Leistungsübung in Detmold stellte sich heraus, dass ein Übeltäter die Strahlrohre in einen nicht beaufsichtigen Augenblick, mit Steine verstopft hatte. Bei der Übung kam kein Wasser aus dem Strahlrohr und die Übung wurde abgebrochen. Der Verdacht fiel sofort auf den ehemaligen Brandmeister, der jetzt den Löschzug Blomberg führte.
 

Die Anforderungen an die Freiwilligen Feuerwehren wurden immer größer. Bei vielen Verkehrsunfällen und Hilfeleistungen wurden die Feuerwehren gerufen. Moderne, den technischen Anforderungen ausgerüstete Fahrzeuge wurde angeschafft. Die Feuerwehrkameraden mussten für ihre Einsätze besser geschult werden. Ein Krankenwagen des Rettungsdienstes wurde in Peckelsheim stationiert. Das alte Gerätehaus diente nicht mehr den Anforderungen. Im Jahre 1962 wurde an der Langen Torstraße ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut, dass im Jahre 1993 erweitert wurde. Das alte Feuerwehrgerätehaus wurde 1963 abgerissen.
 

Die Familie von Spiegel verkaufte 1972 ihr Anwesen, Burg und Park an die Stadt Peckelsheim. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr unter den Brandmeister Elmar Bernholz übernahmen die Aufgabe den Park zu modernisieren und der Peckelsheimer Bevölkerung zu öffnen. Jedem Samstag mit vielen ehrenamtlichen Feuerwehrkameraden und unentgeltlichen Stunden wurde der Park zu einem Schmuckstück mitten in Peckelsheim gestaltet und erholungsuchenden Menschen geöffnet.
 

Bau der Schutzhütte in den 1970er Jahren
Bau der Schutzhütte in den 1970er Jahren
 

Im September 1973 gründete der Amtsbrandmeister Hermann Nolte den Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Peckelsheim. Der Spielmannszug erlangte eine große Beliebtheit und erfreute die Peckelsheimer Bevölkerung mit seiner guten Musik. Heute nennt er sich „Spielmannszug Peckelsheim e. V.“.
 

Am „Neuen Teich“ befand sich eine öffentliche Badeanstalt. Die Badeanstalt wurde aus Kostengründen 1953 geschlossen. Das Grundstück wurde lange nicht genutzt und lag brach. Die Kameraden der Feuerwehr Peckelsheim wurden tätig. Aus der alten Badeanstalt wurde 1977 in freiwilligen unentgeltlichen Arbeitsstunden ein Erholungsort geschaffen. Unter den alten Bäumen wurden Ruhebänke zum Verweilen und Ruhen aufgestellt. Ein Vereinsheim wurde erstellt für festliche Anlässe. Im Jahre 2010 wurde die Anlage komplett in das Eigentum der Freiwilligen Feuerwehr Peckelsheim übergeben. Viele weitere Informationen dazu gibt es auch auf der eigenen Seite der Schutzhütte.
 

Ein schöner Brauch war es, den Kindern der Mitglieder, am Nikolaustag mit dem Nikolaus und den Knecht Ruprecht im Hause zu besuchen. Bei den Kindern war die Freude groß. Knecht Ruprecht als strenger Mann war gefragt. Leider wurde der schöne Brauch eingestellt.
 

Erreicht ein Feuerwehrmann oder eine Feuerwehrfrau ein Alter von 67 Jahren, darf er oder sie nicht mehr am aktiven Feuerwehrdienst teilnehmen. Der Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau tritt der Alters- und Ehrenabteilung bei. Bei Ausflügen und in gemütlicher Runde trifft man sich regelmäßig mit Partnern um die Kameradschaft zu pflegen.